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GOVERNANCE · 7. Juli 2026 · 7 Min. LESEZEIT

ISO 42001 Annex A: Die 38 Maßnahmen, mit denen KI-Management greift

Die Kapitel der ISO 42001 sagen, WAS ein KI-Management leisten muss. Anhang A sagt, mit WELCHEN konkreten Maßnahmen. Ein Überblick über die 38 Controls in neun Bereichen — und wie man die richtigen auswählt.

Wer sich mit der ISO/IEC 42001 beschäftigt, stößt schnell auf zwei Ebenen: die Kapitel 4 bis 10, die beschreiben, was ein KI-Managementsystem leisten muss — und den Anhang A (Annex A), der die konkreten Maßnahmen liefert, mit denen das gelingt. Wer das AIMS praktisch aufbaut, arbeitet an Annex A. Dieser Artikel gibt den Überblick.

Was Annex A ist

Annex A ist der normative Maßnahmenkatalog der ISO 42001: 38 Controls, gruppiert in neun Kontrollbereiche (A.2 bis A.10). Sie sind das KI-Pendant zu dem, was der Anhang A der ISO 27001 für die Informationssicherheit ist — nur eben auf den verantwortungsvollen Umgang mit KI zugeschnitten.

Wichtig: Man setzt nicht stur alle 38 um. Wie bei der 27001 wählt man die anwendbaren Maßnahmen aus und begründet die Auswahl — passend zum eigenen KI-Einsatz und Risiko.

Die neun Kontrollbereiche

A.2 — KI-Politik. Die Leitplanken von ganz oben: eine KI-Richtlinie der Geschäftsleitung, an der sich alles Weitere ausrichtet.

A.3 — Interne Organisation. Rollen und Verantwortlichkeiten: Wer entscheidet über KI, wer gibt frei, wer meldet Vorfälle?

A.4 — Ressourcen für KI-Systeme. Was ein KI-System braucht und was dokumentiert sein muss: Daten, Werkzeuge, Rechenressourcen, menschliches Know-how.

A.5 — Auswirkungen bewerten. Das AI Impact Assessment — die Folgen eines Systems für betroffene Menschen (Mitarbeiter, Kunden, Dritte). Die eigentliche Neuerung gegenüber älteren Managementnormen.

A.6 — Lebenszyklus der KI-Systeme. Anforderungen an Entwicklung, Test, Freigabe, Betrieb und Stilllegung — inklusive Datenqualität und Nachvollziehbarkeit. Ingenieuren kommt das bekannt vor: Lifecycle-Denken, angewandt auf KI.

A.7 — Daten für KI-Systeme. Herkunft, Qualität, Aufbereitung und Steuerung der Daten, auf denen die KI arbeitet — das Fundament jeder verlässlichen KI.

A.8 — Information für Betroffene. Transparenz: Wer mit den Ergebnissen der KI zu tun hat, muss wissen, woran er ist — Nutzer, Kunden, Aufsicht.

A.9 — Verantwortungsvolle Nutzung. Regeln für den bestimmungsgemäßen Einsatz: wofür die KI da ist, wofür ausdrücklich nicht, und wo der Mensch die Kontrolle behält.

A.10 — Dritte und Kunden. Wer KI von Dritten bezieht oder an Kunden liefert, muss deren Rollen und Risiken bewerten — Cloud-Anbieter, Basismodell, eingekauftes Tool.

Die weiteren Anhänge B, C und D

Annex A steht nicht allein. Anhang B liefert die normative Umsetzungsanleitung zu den Controls — das „Wie” hinter dem „Was”. Anhang C (informativ) benennt mögliche KI-Risikoquellen und -Ziele als Denkhilfe für die Risikobewertung. Anhang D (informativ) ordnet die Anwendung des AIMS über Branchen und Domänen hinweg ein.

Vom Katalog zum Betrieb

Der häufigste Fehler ist, Annex A als Häkchenliste zu behandeln. Ein AIMS, das nur aus abgehakten Controls besteht, fällt beim ersten echten Vorfall auseinander. Der Wert entsteht, wenn die Maßnahmen die tatsächlichen KI-Prozesse beschreiben und steuern — dann wird der Betrieb messbar ruhiger, und das Zertifikat ist ein Nebenprodukt.

Zwei Brücken sind dabei wichtig: Viele A-Controls greifen in die Informationssicherheit (ISO/IEC 27001) — Daten, Zugriff, Lieferanten. Und sie schaffen das Gerüst, in dem sich die Pflichten des EU AI Act — Risikoregister, menschliche Aufsicht, Dokumentation — sauber organisieren lassen, statt sie einzeln zusammenzuflicken.

Wir bauen AIMS nach genau dieser Logik auf und arbeiten selbst danach — als TÜV-Süd-zertifizierter AI Officer; die ISO/IEC-42001-Zertifizierung ist in Vorbereitung. Der erste Schritt ist immer eine Gap-Analyse: welche Controls schon sitzen und welche fehlen.

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell unter der Verantwortung von Stephan Walkowiak geprüft. Mehr dazu in unserer KI-Transparenzerklärung.

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